Bayer am Kapitalmarkt
Ein volatiles Börsenjahr
Die Bayer-Aktie zeigte im vergangenen Jahr Stärke und gewann 2009 fast 40 Prozent. Der DAX schloss bei plus 24 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen die Auszahlung einer Dividende auf Vorjahreshöhe von 1,40 Euro pro Aktie vor.

Starke Marktschwankungen im Börsenjahr 2009
Das Jahr 2009 war von starken Kursbewegungen an den internationalen Börsenplätzen geprägt. Unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise verlor der DAX bis Anfang März rund 24 Prozent und markierte mit 3.666 Punkten den Jahrestiefststand. Dies war zugleich der niedrigste Stand seit fünf Jahren. In den Folgemonaten setzte jedoch eine deutliche Erholung ein. Dabei erreichte der Deutsche Aktienindex am Jahresende 5.957 Punkte und konnte somit insgesamt ca. 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. In der längerfristigen Betrachtung kann 2009 als ein überdurchschnittlich gutes Aktienjahr bezeichnet werden: In den vergangenen zehn Jahren konnte der DAX nur im Jahr 1999 mit ca. 39 Prozent, im Jahr 2003 mit ca. 37 Prozent und im Jahr 2005 mit ca. 27 Prozent eine bessere Performance erzielen.
Die Kursentwicklung in Europa, USA und Asien verlief ähnlich: So gewann der DJ EURO STOXX 50 etwa 26 Prozent, der S&P 500 (USA) ca. 23 Prozent und der Nikkei 225 (Japan) 19 Prozent.
Insgesamt waren die positiven Entwicklungen an den Aktienmärkten – insbesondere in der zweiten Jahreshälfte – durch die Notenbank- und Fiskalpolitik sowie den Optimismus der Anleger hinsichtlich einer konjunkturellen Erholung getragen.
Bayer-Aktie wieder deutlich besser als der DAX
Auch 2009 entwickelte sich die Bayer-Aktie im dritten Jahr in Folge besser als der Deutsche Aktienindex und der EURO STOXX 50. Sie gewann im Jahresverlauf 34,7 Prozent. Unter Einbeziehung der im Mai 2009 gezahlten Dividende von 1,40 Euro pro Aktie errechnet sich eine Performance von 39,8 Prozent. Die Bayer-Aktie schloss am Jahresende mit 55,96 Euro, nahezu am Jahreshöchstkurs.
Die Marktkapitalisierung der Bayer AG entwickelte sich noch positiver. Durch die Tilgung der Pflichtwandelanleihe im Juni 2009 erhöhte sich die Aktienzahl auf 826.947.808 Stücke, womit sich unsere Marktkapitalisierung im vergangenen Jahr um fast 46 Prozent auf über 46 Milliarden Euro gesteigert hat.
Die Umsätze in unserer Aktie verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 30 Prozent auf durchschnittlich 4,3 Millionen Aktien pro Tag. Dieser Rückgang fällt jedoch deutlich geringer aus als der durchschnittliche Rückgang am Kassamarkt der Deutschen Börse, der um über 50 Prozent gegenüber 2008 abnahm.
Kapitalmarktzugang in schwierigem Marktumfeld erfolgreich genutzt
In der ersten Jahreshälfte 2009 konnten fast ausschließlich Unternehmen mit einer guten Bonitätsbeurteilung den Kapitalmarkt zur Refinanzierung und Schaffung einer zusätzlichen Liquiditätsreserve als Risikovorsorge nutzen. Die zu zahlenden Risikoprämien lagen zwar deutlich über den vergleichbaren Niveaus vor der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers, sie waren aber vorteilhafter als im 4. Quartal 2008 und auch als eine vergleichbare Bankenfinanzierung.
Zur Veranschaulichung der im Jahresverlauf rückläufigen Risikoaufschläge kann die Entwicklung der Credit Default Swaps (CDS) exemplarisch herangezogen werden (siehe Grafik 2.2). CDS sind eine handelbare Kreditversicherung gegen Zahlungsausfall eines Emittenten. Am Kapitalmarkt wird die Höhe des CDS von der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens abgeleitet und dient daher als ein Indikator für die Bestimmung der Kreditmarge bei der Aufnahme von Fremdkapital.
Die gute Bonitätsbeurteilung sowie die gute Kapitalmarkt-Reputation erlaubten es Bayer, auch in der ersten Jahreshälfte 2009 Transaktionen zur Unternehmensrefinanzierung und zur Risikovorsorge durchzuführen. Im ersten Quartal 2009 wurden Schuldscheine im Gesamtwert von 620 Millionen Euro sowie eine Euro-Anleihe in Höhe von 1,3 Milliarden Euro ausgegeben.
Eine Auflistung aller von Bayer emittierten Anleihen befindet sich im Konzernabschluss, Anhangsangabe [27].
| Kennzahlen zur Bayer-Aktie | [Tabelle 2.1] | ||
|---|---|---|---|
| 2008 | 2009 | ||
| Ergebnis je Aktie | in € | 2,22 | 1,70 |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie1 | in € | 4,17 | 3,64 |
| Brutto-Cashflow je Aktie | in € | 6,93 | 5,63 |
| Eigenkapital je Aktie | in € | 21,38 | 22,92 |
| Dividende je Aktie | in € | 1,40 | 1,40 |
| Börsenkurs zum Jahresende2 | in € | 41,55 | 55,96 |
| Höchstkurs2 | in € | 65,68 | 56,45 |
| Tiefstkurs2 | in € | 36,83 | 32,69 |
| Ausschüttungssumme | in Mio € | 1.070 | 1.158 |
| Anzahl dividendenberechtigter Aktien (31.12.) | in Mio | 764,34 | 826,95 |
| Marktkapitalisierung (31.12.) | in Mrd € | 31,8 | 46,3 |
| Durchschnittliche tägliche Umsätze | in Mio | 6,0 | 4,3 |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis2 | 18,7 | 32,9 | |
| Bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis1,2 | 10,0 | 15,4 | |
| Kurs-Cashflow-Verhältnis2 | 6,0 | 9,9 | |
| Dividendenrendite | in % | 3,4 | 2,5 |
1 Zur Berechnung des bereinigten Ergebnisses je Aktie siehe zusammengefasster Lagebericht Kapitel 4.3. 2 XETRA-Schlusskurse; Quelle: Bloomberg | |||
Durchschnittliche Rendite der Bayer-Aktie weiterhin über Markt-Entwicklung
Ein langfristig orientierter Anleger, der vor fünf Jahren 10.000 Euro in Bayer-Aktien investierte und die Dividenden wieder reinvestierte, verfügte am 31. Dezember 2009 über ein Vermögen von 27.247 Euro. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 22,2 Prozent.
| Langfristrenditen der Bayer-Aktie p. a. in % (Dividenden-Reinvestment) | [Tabelle 2.2] | ||
|---|---|---|---|
| Rendite p. a. | 1 Jahr 2009 | 3 Jahre 2007 – 09 | 5 Jahre 2005 – 09 |
| in % | in % | in % | |
| Bayer | +39,8 | +14,3 | +22,2 |
| DAX | +23,8 | -3,3 | +7,0 |
| DJ EURO STOXX 50 | +25,6 | -7,4 | +3,1 |
Nachhaltiges Investment
Die Bayer-Aktie ist in zahlreichen, wichtigen Nachhaltigkeitsindizes und -fonds vertreten, die Unternehmen mit nachhaltiger und verantwortungsbewusster Unternehmenspolitik auszeichnen – u. a. im „DOW Jones Sustainability Index World“, in der FTSE4Good-Index-Reihe, den „Storebrand SRI Funds“ und dem „Advanced Sustainable Performance Indices“-Eurozone-Index. Unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich an den Leitlinien der „Global Reporting Initiative“.
2009 wurde unser Unternehmen von der „Carbon Disclosure Project“-Initiative (CDP) für die Klimaberichterstattung gewürdigt und als weltweit bestes Unternehmen in den Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) aufgenommen. In diesem Ranking werden Unternehmen nach Umfang und Tiefe der Offenlegung von Klimadaten bewertet.
In Einzelgesprächen und auf Konferenzen wurden Investoren auch über das Engagement von Bayer im Bereich Nachhaltigkeit informiert.
Dividende konstant auf 1,40 Euro pro Aktie
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung in diesem Jahr eine Dividende auf dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 1,40 Euro pro Aktie vorschlagen. Bezogen auf das bereinigte Ergebnis pro Aktie (Core EPS) entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 38 Prozent und liegt damit im angestrebten Zielkorridor von 30 bis 40 Prozent.
Legt man den Jahresschlusskurs von 2009 (55,96 Euro) zugrunde, so errechnet sich eine Dividendenrendite von 2,5 Prozent. Die Ausschüttungssumme beträgt 1.158 Millionen Euro.


Umstellung auf Namensaktie
Im September 2009 stellte die Bayer AG den gesamten Aktienbestand von 826.947.808 Inhaberaktien im Verhältnis 1:1 auf Namensaktien um. Durch die Umstellung und Erfassung unserer Anteilseigner im Aktienregister soll die Kontaktaufnahme mit unseren Aktionären erleichtert und die Transparenz erhöht werden.
Internationale Aktionärsstruktur
Zum 31. Dezember 2009 wurden ca. 320.000 Aktionäre weltweit in unserem Aktienregister geführt.
In der folgenden Grafik ist die geografische Verteilung unserer Aktien dargestellt, die auf den Ergebnissen einer internationalen Erhebung vom November 2009 basiert:

Effizientere Investor-Relations-Arbeit durch die Namensaktie
Das Aktienregister bietet uns zusätzliche Möglichkeiten zur Identifizierung und gezielteren Ansprache unserer Aktionäre. Unsere IR-Arbeit wird daher durch die Namensaktie effizienter.
Im vergangenen Jahr absolvierten wir insgesamt ca. 400 Einzelgespräche an 26 Finanzzentren und informierten über aktuelle Themen des Konzerns. Neben der Quartalsberichterstattung steht nach wie vor unsere Pharma-Forschungspipeline an erster Stelle des Interesses unserer Investoren. Über die aktuellen Fortschritte, z. B. bei
Xarelto® und
Riociguat, hielten wir die Anteilseigner in bewährter Form durch Telefonkonferenzen und entsprechende Übertragung im Internet auf dem Laufenden.
Xarelto® und
Riociguat, hielten wir die Anteilseigner in bewährter Form durch Telefonkonferenzen und entsprechende Übertragung im Internet auf dem Laufenden.Die konjunkturelle Entwicklung verstärkte die Aufmerksamkeit zu Beginn des Jahres auch auf unseren Teilkonzern Bayer MaterialScience. Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise und unsere Gegensteuerungsmaßnahmen wurden intensiv diskutiert.
Weitere Themen aus unserem Bereich CropScience wie z. B. neue Lizenzabkommen und Kooperationen sowie die Akquisition der Athenix Corp. wurden ebenfalls mit Interesse verfolgt.
Ausgezeichnete Investor Relations
Investoren und Analysten honorierten, wie schon in den Vorjahren, im abgelaufenen Geschäftsjahr unsere IR-Arbeit. Beispielsweise wurde bei einer Umfrage der US-Kapitalmarktzeitschrift „Institutional Investor“ und bei den „UK & Continental Europe Awards“ des „IR Magazine“ unser Bereich Investor Relations auf Platz eins im Sektor Chemie gewählt. Ebenfalls stolz sind wir auf die Auszeichnung, den dritten Platz im EURO STOXX 50 beim Investor Relations Preis 2009 der deutschen Wirtschaftszeitschrift „Capital“ erreicht zu haben.

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