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Konzern

Bayer: Ein starkes Unternehmen

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Sehr geehrte Aktionäre
2009 war ein besonders anspruchsvolles Jahr. Auch wir konnten – trotz enormer Anstrengungen – Rückgänge im Umsatz und Ergebnis nicht vermeiden. Doch sind wir aufgrund unserer strategischen Ausrichtung relativ erfolgreich durch den konjunkturellen Abschwung gekommen. Der Umsatz sank um 5,3 Prozent auf 31,2 Milliarden Euro. Den Ergebnis-Rückgang konnten wir auf 6,6 Prozent beschränken. Mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,5 Milliarden Euro zählt 2009 operativ zu den drei besten Jahren in unserer Unternehmensgeschichte. Zudem konnten wir den Netto-Cashflow um 49 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro steigern und die Nettofinanzverschuldung infolgedessen deutlicher als erwartet um 4,5 auf 9,7 Milliarden Euro zurückführen.
 
Diese Erfolge haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem herausragenden Engagement ermöglicht. Dafür gilt ihnen mein ausdrücklicher Dank – im Namen des gesamten Vorstands.
 
Die Geschäftsentwicklung der Teilkonzerne verlief unterschiedlich. HealthCare verzeichnete erneut Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis – getragen von allen Divisionen. Das Gesundheitsgeschäft steht für rund die Hälfte unseres Umsatzes und rund 70 Prozent unseres bereinigten EBITDA. Durch weitere Zukäufe und eine Vielzahl von Lizenzabkommen an entscheidenden Stellen haben wir den Bereich strategisch verstärkt. Dazu gehörten Forschungs-, Entwicklungs- und Vertriebskooperationen vor allem in der Onkologie, der Erwerb von Exklusivrechten an einem Insulin für den chinesischen Markt sowie der Kauf zweier US-amerikanischer Dermatologie-Produkte.
 
Bei CropScience konnten wir Umsatz und Marktanteil weiter steigern. Überdurchschnittliches Wachstum zeigten dabei einmal mehr unsere jungen Produkte. Damit haben wir bereits 2009 ein wichtiges Ziel erreicht: Zwei Milliarden Euro Umsatz mit Produkten auf Basis unserer Wirkstoffe, die erst ab dem Jahr 2000 in den Markt eingeführt wurden. Beim Ergebnis konnte CropScience aufgrund höherer Rohstoffkosten und negativer Währungseffekte nicht an das Rekordniveau von 2008 anknüpfen. Strategisch aber verzeichnete der Teilkonzern einige Highlights: von umfassenden Lizenzabkommen im Bereich der Pflanzeneigenschaften bis zur Akquisition des US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmens Athenix, der größten Transaktion des Konzerns im vergangenen Jahr.
 
Für MaterialScience war es erwartungsgemäß ein sehr schweres Jahr. Doch das Geschäft hat sich im Jahresverlauf spürbar erholt. Es zahlte sich aus, dass MaterialScience sehr frühzeitig und umfassend auf die gravierende Nachfrageschwäche reagiert hat – zum Beispiel durch temporäre Stilllegungen, Produktionsdrosselungen sowie der befristeten Reduzierung von Arbeitszeit und Entgelt. Ferner wurden die Restrukturierungsprogramme beschleunigt umgesetzt und ein stringentes Kostenmanagement betrieben.
 
Sehr geehrte Aktionäre, selbstverständlich sollen Sie an unserer relativ stabilen Geschäftsentwicklung teilhaben. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen daher vor, für das Geschäftsjahr 2009 wie im Vorjahr eine Dividende von 1,40 Euro pro Aktie auszuschütten. Das soll der operativen Ertragskraft und den Zukunftsaussichten des Konzerns Rechnung tragen.
 
Wir haben 2009 erfolgreich beendet – und blicken zuversichtlich in das Jahr 2010. Im laufenden Jahr wollen wir den Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um mehr als fünf Prozent erhöhen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen planen wir, in Richtung sieben Milliarden Euro zu steigern. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwarten wir einen Anstieg um etwa zehn Prozent. Nachdem wir unsere bisherigen Margenziele weitgehend erreicht haben, liegt unser zukünftiger Schwerpunkt in der Wertschaffung durch profitables Wachstum. Hierbei wollen wir insbesondere in die Forschungs- und Entwicklungspipeline, in BioScience und in den Schwellenländern weiter investieren. Bis zum Jahr 2012 rechnen wir für den Bayer-Konzern mit einem kontinuierlichen währungs- und portfoliobereinigten Umsatzwachstum von etwa fünf Prozent jährlich. In diesem Zeitraum wollen wir das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA auf eine Größenordnung von acht Milliarden Euro steigern. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie streben wir einen jährlichen Zuwachs von durchschnittlich zehn Prozent und damit einen Anstieg in die Größenordnung von fünf Euro je Aktie an.
 
Wir profitieren heute von unseren Anstrengungen der vergangenen Jahre, in denen wir das Unternehmen auf Innovation und Wachstum ausgerichtet und wettbewerbsfähig aufgestellt haben.
 
Den Auftakt bildete der größte Umbau in der Geschichte des Konzerns. Wir trennten die strategische Führung des Konzerns vom operativen Geschäft, schufen klare Verantwortlichkeiten und richteten das Geschäft stärker auf die jeweiligen Märkte aus. Unsere neue Organisation hat sich als wichtige Basis für die Maßnahmen der Folgejahre erwiesen.
 
Wir haben unser Portfolio konzentriert auf die Kerngebiete Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit der Übernahme der Schering AG konnten wir auch unseren Pharma-Bereich entscheidend stärken. Insgesamt bewegten wir seit 2002 mehr als 43 Milliarden Euro für Akquisitionen und Verkäufe, um den Konzern umzubauen.
 
Ferner haben wir seit der Neuorganisation – also von 2002 bis 2009 – Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsmaßnahmen mit einem Volumen von rund vier Milliarden Euro umgesetzt. Die noch laufenden Restrukturierungsprogramme haben wir im vergangenen Jahr abgeschlossen. Ohne die Veränderung unseres Portfolios und ohne diese Effizienzsteigerungen hätten wir die Krise zweifellos nicht so gut überstanden.
 
Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Bayer-Aktie wider. Die Performance im vergangenen Jahr war mit einem Plus von fast 40 Prozent sehr positiv – deutlich besser als der DAX und der EURO STOXX 50. Seit 2005 stieg der Kurs – unter Einbeziehung der Dividende – jährlich um durchschnittlich 22 Prozent.
 
Sie sehen: Langfristige Ausrichtung und nachhaltiges Wirtschaften hat bei Bayer seit Langem oberste Priorität. Und diese Strategie bewährt sich auch in einem schwierigen Umfeld.
 
Ein besonderer Meilenstein ist unsere neue Nachhaltigkeitsstrategie, die wir im vergangenen Jahr vorgestellt haben. In acht internationalen Leuchtturmprojekten der Bereiche Gesundheit, Ernährung und Klimaschutz bringen wir die Produkte des Unternehmens sowie das Know-how der Mitarbeiter ein, um überall auf der Welt eine nachhaltige Entwicklung weiter zu forcieren. Damit unterstreichen wir erneut unser strategisches Bestreben, Ökologie, Ökonomie und soziale Aspekte in Einklang zu bringen.
 
Besondere Akzente setzen wir auch mit unseren Stiftungsaktivitäten. Zur Sicherung der Zukunft gehören verstärkte Investitionen in die Bildung. So unterstützt eine unserer Stiftungen, die „Bayer Science & Education Foundation“, Projekte zur Verbesserung des naturwissenschaftlichen Schulunterrichts. Seit dem Start unseres Schulförderprogramms Ende 2007 wurden bereits über 100 Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,25 Millionen Euro unterstützt.
 
Sehr geehrte Aktionäre, für uns gibt es eine klare Richtung: Bayer ist ein Erfinder-Unternehmen und steht für Forschung und Innovationen. Deshalb widmen wir auch das Titelbild dieses Geschäftsberichts dem Thema Forschung. Es zeigt die Leiterin unseres neuen HealthCare-Forschungszentrums in China.
 
Innovationen sind für die Zukunft der Unternehmen unerlässlich. So haben wir auch in diesen Zeiten an unserem Bekenntnis zu Forschung und Innovation festgehalten. Mit 2,75 Milliarden Euro investierten wir 2009 so viel wie noch nie in Forschung und Entwicklung. Das ist ein neues Rekord-Niveau in der 146-jährigen Geschichte von Bayer. Mit diesen Investitionen wollen wir zukunftsweisende Innovationen schaffen, von denen auch die folgenden Generationen profitieren werden.
 
Ich selbst werde in diesem Herbst nach 44 Jahren im Unternehmen, davon mehr als acht Jahre als Vorstandsvorsitzender, meine Verantwortung für die Führung abgeben. Mein Dank gilt dem Unternehmen Bayer, das mir ein interessantes, forderndes und abwechslungsreiches Berufsleben ermöglicht hat. Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die sich in den vergangenen Jahren mit ihren Leistungen und ihrem Engagement für Bayer eingesetzt haben.
 
Mein Dank gilt auch Ihnen, sehr geehrte Aktionäre, für das Vertrauen, das Sie mir und dem von mir geleiteten Vorstand in den vergangenen Jahren entgegengebracht haben. Ich bitte Sie, meinen Nachfolger, Dr. Marijn E. Dekkers, und die Führung des Unternehmens in gleicher Weise dabei zu unterstützen, den Erfolgskurs fortzusetzen.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Werner Wenning
Werner Wenning
Vorstandsvorsitzender der Bayer AG
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Geschäftsjahr 2009
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