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Konzernabschluss

5. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2009 wurde erstmals der Rechnungslegungsstandard IFRS 8 (Operating Segments) angewendet. Gegenüber dem Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008 haben sich darüber hinaus folgende Änderungen ergeben:
  • Mit der Integration der Thermoplastic-Polyurethanes-Geschäfte in die Business Units Polyurethanes sowie Coatings, Adhesives, Specialties wurde ein wichtiger Abschnitt in der Reorganisation des MaterialScience-Portfolios abgeschlossen. Dies führte zu einer Anpassung der Segmentdarstellung des Teilkonzerns. Die bisherigen Segmente Materials und Systems werden aufgrund ihrer ähnlichen langfristigen wirtschaftlichen Performance sowie der Vergleichbarkeit ihrer Produkte, Produktionsprozesse, Kundenbranchen, Vertriebswege und des regulatorischen Umfelds zum Segment MaterialScience zusammengefasst.
  • Unser Dermatologie-Geschäft (Intendis) sowie das Medizingerätegeschäft Medrad haben wir aus dem Segment Pharma in das Segment Consumer Health umgegliedert und die Vorjahreswerte entsprechend angepasst.
  • Geschäftsaktivitäten, die keinem anderen Segment zugeordnet werden können, weisen wir unter „Alle sonstigen Segmente“ aus. Hierzu zählen vor allem die Dienstleistungen der Bayer Business Services (BBS), der Bayer Technology Services (BTS) und der Currenta.
  • Die Bayer-Holding und die Eliminierung der Intersegment-Umsätze werden in der Segmentberichterstattung als „Corporate Center und Konsolidierung“ dargestellt.
Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden bei Bayer durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen („Management Approach“).
Der Bayer-Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Divisionen (HealthCare), Geschäftsbereichen (CropScience) und Business Units (MaterialScience) gesteuert, die aufgrund der wirtschaftlichen Merkmale des Geschäfts, der Art der Produkte und Produktionsprozesse, der Art der Kundenbeziehung sowie der Charakteristika der Vertriebsorganisation in berichtspflichtige Segmente zusammengefasst werden. Zum 31. Dezember 2009 besteht der Konzern aus drei Teilkonzernen, die sich in fünf berichtspflichtige Segmente aufteilen.
Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:
Aktivitäten je Segment[Tabelle 4.10]
Teilkonzern/SegmentAktivitäten
HealthCare 
Pharma


Entwicklung, Produktion und Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel, wie z. B. zur Behandlung von Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen, Krebserkrankungen, Multipler Sklerose und zur Empfängnisverhütung sowie von Kontrastmitteln für die diagnostische Bildgebung
Consumer Health


Entwicklung, Produktion und Vertrieb von rezeptfreien Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln für Menschen und Tiere, Tierarzneimitteln und Tierpflegeprodukten sowie Diagnosetechnik wie Blutzuckermessgeräte und Medizinprodukte wie Injektionsgeräte für Diagnoseverfahren
CropScience 
Crop Protection

Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines umfassenden Produktportfolios aus Fungiziden, Herbiziden, Insektiziden und Saatgutbehandlungsmitteln für die unterschiedlichsten regionalen Ansprüche
Environmental Science/
BioScience

Entwicklung, Produktion und Vertrieb einer Vielzahl von Produkten für die Garten- und Landschaftspflege von nicht landwirtschaftlichen Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie von Saatgut und Pflanzenmerkmalen
MaterialScience 
MaterialScience


Entwicklung, Produktion und Vertrieb hochwertiger Kunststoffgranulate, Platten sowie Folien; Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Polyurethanen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche sowie von Lack- und Klebrohstoffen; Produktion und Vertrieb von anorganischen Grundchemikalien
Die Segmenttabelle stellt ausschließlich das fortzuführende Geschäft dar. Erläuterungen zu den nicht fortzuführenden Geschäften befinden sich in der Anhangsangabe [6.3].
In der Überleitung der Regionentabelle werden konzerninterne Posten eliminiert (Interregionen-Umsatzerlöse) sowie Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden, die den Segmenten nicht direkt zuzuordnen sind, ausgewiesen. Hierzu gehört insbesondere das Corporate Center.
Die Segmentdaten wurden auf folgende Weise ermittelt:
  • Die Intersegment-Umsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsatzerlöse werden marktorientiert festgelegt (Arm‘s-Length-Prinzip).
  • Das EBIT vor Sondereinflüssen und das EBITDA vor Sondereinflüssen stellen Kennzahlen dar, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind, für den Bayer-Konzern jedoch wichtige Steuerungsgrößen bedeuten. Sondereinflüsse sind einmalige bzw. in ihrer Art oder Höhe nicht regelmäßig wiederkehrende Effekte. Das EBITDA entspricht dem EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung zuzüglich Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.
  • Der Brutto-Cashflow entspricht dem Ergebnis nach Steuern aus fortzuführendem Geschäft zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinnen bzw. zuzüglich Verlusten aus dem Abgang von Anlagevermögen sowie zuzüglich nicht zahlungswirksamer Effekte aus der Neubewertung übernommener Vermögenswerte. Die Position „Veränderung der Pensionsrückstellungen“ umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im operativen Ergebnis (EBIT) als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.
  • Der infoNetto-Cashflow entspricht dem Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit nach IAS 7 (Statement of Cash Flows).
  • Im Investitionswert sind sämtliche Vermögenswerte enthalten, die einem Segment dienen und deren Anschaffungsausgaben eine Verzinsung erfordern. Das Anlagevermögen wird während der bilanziellen Nutzungsdauer zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt, da bei der Berechnung der Steuerungsgröße „Cash Flow Return on Investment“ (CFRoI) eine Betrachtung vor Abschreibungen erfolgt. Unverzinsliches Fremdkapital wird abgezogen; angegeben ist der Stichtagswert zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres.
  • Der CFRoI drückt das Verhältnis des Brutto-Cashflows zum durchschnittlichen Investitionswert des jeweiligen Jahres aus und ist ein Maßstab für die Verzinsung des eingesetzten Kapitals.
  • Die Equity-Positionen betreffen die Ergebnisse und Buchwerte der at-equity bewerteten Beteiligungen.
  • Da die finanzielle Steuerung unserer Konzerngesellschaften zentral über die Bayer AG erfolgt, werden Finanzverbindlichkeiten nicht direkt den einzelnen Segmenten zugeordnet. Grundsätzlich enthalten die in der Position Verbindlichkeiten ausgewiesenen Segmentschulden daher keine Finanzverbindlichkeiten.
  • Die Mitarbeiter entsprechen der Anzahl der Vollbeschäftigten. Teilzeitbeschäftigte werden gemäß ihrer vertraglichen Arbeitszeit proportional berücksichtigt.
Die nachfolgenden Tabellen enthalten die Überleitungsrechnungen des operativen Ergebnisses (EBIT), des Vermögens und der Verbindlichkeiten der berichteten Segmente zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns, zum Konzernvermögen bzw. zu den Konzernverbindlichkeiten:
Überleitung des Segmentergebnisses[Tabelle 4.11]
 20082009
 in Mio €in Mio €
Operatives Ergebnis der berichteten Segmente3.7143.204
Operatives Ergebnis Corporate Center-170-198
Operatives Ergebnis (EBIT)3.5443.006
Finanzergebnis-1.188-1.136
Ergebnis vor Ertragsteuern Gesamt2.3561.870
Überleitung vom Segment- zum Konzernvermögen[Tabelle 4.12]
 20082009
 in Mio €in Mio €
Vermögen der berichteten Segmente46.20844.703
Vermögen Corporate Center1.2701.222
Nicht verteilte Vermögenswerte5.0255.117
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und
nicht fortzuführendes Geschäft

8

-
Vermögen Gesamt52.51151.042
Überleitung von den Segment- zu den Konzernverbindlichkeiten[Tabelle 4.13]
 20082009
 in Mio €in Mio €
Verbindlichkeiten der berichteten Segmente11.85512.295
Verbindlichkeiten Corporate Center3.5843.204
Nicht verteilte Verbindlichkeiten20.71916.592
Rückstellungen und Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und nicht fortzuführendem Geschäft
13

-
Verbindlichkeiten Gesamt36.17132.091
Hinsichtlich der Überleitungsrechnung der Segmentumsätze zu den Konzernumsätzen wird auf die Darstellung innerhalb der Kennzahlen nach Segmenten verwiesen (Anhangsangabe [1]).

Informationen über geografische Gebiete

Die Außenumsätze nach Verbleib sowie die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen teilen sich regional wie folgt auf:
Informationen über geografische Gebiete[Tabelle 4.14]
 Außenumsatz
nach Verbleib
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
 2008200920082009
 in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
Deutschland4.7974.14716.89615.944
USA7.0536.7535.4665.333
Sonstige21.06820.2689.7289.678
Gesamt32.91831.16832.09030.955

Informationen über wichtige Kunden

Im Geschäftsjahr 2009 und im Vorjahr wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Bayer-Konzerns getätigt.
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Geschäftsjahr 2009
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