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Konzernlagebericht

6. Übernahmerelevante Angaben

Gesamtwirtschaft

Die Weltwirtschaft stand im Jahr 2009 im Zeichen der Finanz- und Wirtschaftskrise. In Folge der internationalen Finanzkrise ist die globale Konjunktur im Herbst 2008 eingebrochen. Dabei mussten die Industriestaaten besonders starke Einbußen hinnehmen. Die Schwellenländer wiesen ebenfalls zum Teil deutliche Rückgänge oder zumindest ein spürbar verringertes Wachstum auf.
Im Verlauf des 2. Quartals 2009 verlangsamte sich das Tempo des Abschwungs, in einigen Ländern sogar deutlicher als erwartet. Dazu haben die umfangreichen staatlichen Konjunkturprogramme maßgebend beigetragen. Aufgrund der massiven Interventionen der Notenbanken im Jahresverlauf kam es zu einer zunehmenden Stabilisierung an den Finanzmärkten. Der konjunkturelle Tiefpunkt wurde in den Sommermonaten durchschritten, sodass sich die Weltwirtschaft in der 2. Jahreshälfte langsam erholte. Das Konjunkturklima bei Unternehmen und Konsumenten verbesserte sich zunehmend, wodurch die Produktion in den Industrieländern wieder ausgeweitet wurde. Die Wirtschaft der Schwellenländer erreichte wieder höhere Wachstumsraten, wenngleich merklich unter denen des Vorjahres. Die weltweite Erholung zum Jahresende konnte den starken Einbruch zu Jahresbeginn aber bei Weitem nicht ausgleichen, sodass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückging.

HealthCare

Der Markt für verschreibungspflichtige Arzneimittel erreichte im Jahr 2009 ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. In den USA sowie in den großen europäischen Ländern verlangsamte sich das Wachstum. Ursächlich hierfür waren u. a. die restriktiveren gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, die eine stärkere Kostenkontrolle forcieren und den Zugang zu bestimmten Behandlungen einschränken. In den Schwellenländern war ein anhaltendes Wachstum zu beobachten, da dort die Gesundheitsdienste für immer größere Teile der Bevölkerung verfügbar werden und der Bedarf an Behandlungsmöglichkeiten für chronische Erkrankungen steigt.
Das weltweite Wachstum des Consumer-Health-Marktes schwächte sich im Jahr 2009 zwar etwas ab, erwies sich aber insgesamt wegen teilweiser Preissteigerungen als relativ stabil. Lageranpassungen im Handel wirkten sich in der 1. Jahreshälfte 2009 negativ aus. Das Marktwachstum in den Schwellenländern konnte die Wachstumsschwäche in den Industrieländern nicht vollständig ausgleichen.

CropScience

Nach der positiven Entwicklung im Jahr 2008 trübten sich die Marktbedingungen im globalen Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt im Laufe des Jahres 2009 deutlich ein. Rückläufige Preise für die wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen, ein geringerer Befallsdruck durch Insekten und Pflanzenkrankheiten und ungünstige Witterungsbedingungen führten insbesondere im 2. Halbjahr 2009 zu einem spürbaren Nachfragerückgang nach Pflanzenschutzmitteln.
Die wirtschaftliche Situation der Landwirte in Lateinamerika verschlechterte sich insgesamt vor dem Hintergrund einer extremen Trockenheit im 1. Halbjahr 2009. Darüber hinaus beeinträchtigten die ungünstige Wechselkursentwicklung zum US-Dollar sowie die Finanzkrise die Landwirtschaft in dieser Region. In Nordamerika führten dagegen vor allem überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmengen in der 1. Jahreshälfte und die deutlich gefallenen Erzeugerpreise zu einem Rückgang des Pflanzenschutzmitteleinsatzes. In vielen europäischen Ländern trug ein vergleichsweise geringer Befall mit Schadinsekten und pilzlichen Erregern, z. B. in Getreide, Kartoffeln oder Weintrauben, zu einer niedrigeren Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln bei. Außerdem konnten viele landwirtschaftliche Betriebe in Osteuropa aufgrund mangelnder Liquidität als Folge der Finanzkrise weniger in Betriebsmittel investieren. Auch in der Region Asien/Pazifik waren die Marktbedingungen 2009 vor allem in den dortigen Wachstumsmärkten ungünstig. In China wurde ein niedriger Befallsdruck insbesondere im Reisanbau verzeichnet. Der unregelmäßige Monsun in der 2. Jahreshälfte beeinträchtigte vor allem das Wachstum in Indien. Die australische Landwirtschaft erholte sich hingegen leicht von der lang anhaltenden Trockenheit der Vorjahre.

MaterialScience

Die für MaterialScience wichtigen Abnehmerbranchen erlebten 2009 einen erheblichen Umsatzeinbruch, der in den einzelnen Regionen unterschiedlich stark ausfiel. Besonders im 1. Quartal war eine massive Abschwächung der Nachfrage zu beklagen. Im weiteren Jahresverlauf konnte die schwierige wirtschaftliche Lage vor allem durch den weltweiten Einsatz umfassender staatlicher Konjunkturprogramme zunehmend verbessert werden.
In vielen Ländern hatten sich die Automobil-Märkte im Jahr 2009 aufgrund der staatlichen Konjunkturprogramme zunächst stabilisiert. Obwohl das Jahr mit einem erheblichen Produktionsrückgang endete, verhinderten diese Programme noch größere Einbrüche. Ein nachhaltiges Wachstum zeichnet sich zurzeit nur in China ab.
Die Elektro-/Elektronikindustrie, die als Zulieferindustrie mit allen übrigen Wirtschaftzweigen eng verflochten ist, verzeichnete 2009 einen weltweiten Produktionsrückgang im mittleren einstelligen Bereich. Regional zeigte sich ein sehr unterschiedliches Bild. Die Produktion in den Industrieländern ging stark zurück, während in den Schwellenländern weiterhin ein robustes Wachstum zu verzeichnen war.
Die Entwicklung der globalen Bauwirtschaft war 2009 erstmals seit Anfang der 90er-Jahre wieder rückläufig. Während es in den USA im Jahresverlauf deutliche Zeichen der Stabilisierung gab, brachen die westeuropäischen Märkte teilweise dramatisch ein. Andere große Märkte wie China und Indien wurden von der Krise weniger stark getroffen und konnten ihr Wachstum auf leicht reduziertem Niveau fortsetzen.
Die Möbelindustrie litt vor allem im 1. Halbjahr 2009 unter starken Umsatzeinbußen. In der 2. Jahreshälfte setzte allmählich eine Bodenbildung ein. Besonders in den USA und in einigen europäischen Ländern wirkte sich das schwächere Verbrauchervertrauen negativ auf die Nachfrage aus. Die asiatischen Märkte, die durch umfangreiche Konjunkturprogramme stabilisiert wurden, konnten durch einen gesteigerten Binnenkonsum einen Teil der Exportverluste auffangen.
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